Garfield
eingezogen im Mai 1993

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Unser geliebter roter, bayerischer "Grantler" hat uns leider im Dezember 2004 verlassen.


Im Frühsommer 1993 haben Kinder ein rotes Katzenkind im Gebüsch gefunden und obwohl sie stundenlang an vielen Haustüren klingelten, niemand gefunden, der das Tierchen vermisste. Also hat der Hausherr beschlossen, den roten Waisenknaben erst einmal aufzupäppeln.
Auf einschlägige Zeitungsinserate kam auch keine Reaktion. So blieb Garfield im Haus.
Damals lebte die Katzendame "Tiger" hier und duldete den Kleinen, den sie nicht sonderlich beachtete und auch nicht ernst nahm. Aber Tiger hat ihre eigene Geschichte.

Garfield wuchs heran, sehr behütet und beschützt, und wurde ein stattlicher, schöner Kater. Ein wenig dickköpfig und eigensinnig, aber eindeutig eine richtige Persönlichkeit und ein ganz großer Schmuser.

Er war immer zur Stelle wenn gekocht wurde, um sich seinen Anteil zu sichern. Für rohes Rindfleisch wäre er vermutlich auch durch brennende Reifen gesprungen ... - aber eigentlich auch immer neuen kulinarischen Erlebnissen aufgeschlossen (was ist denn das, lass mich auch probieren). Aber super toll: Es ist in all den Jahren kein einziger Fall von Selbstbedienung bekannt geworden! Über Diebesstreiche war er einfach erhaben.

Gekochten Brokkoli und Spargel, Heidelbeerjoghurt und Vanilleeis am Stiel konnte man allerdings niemals für sich allein genießen. Auch wenn Menschen-Essen die Ausnahme war, oben genanntes musste einfach geteilt werden.

Von Tiger hatte er gelernt, wie man (im Sommer) auch tagsüber das Schlafzimmer erobert: Von der Terrasse - in den Blumenkasten am Geländer - auf die Terrassentrennwand - hinauf auf die Markise - hinüber auf den Balkon - durch offenen Spalt vom Rollladen quetschen - voilà (und das ganze auch umgekehrt ;-)).

Im Jahr 2000 ist Tiger gestorben, was Garfield aber nicht sonderlich beeindruckt hat. Im Nachhinein hatten wir den Eindruck, dass Tiger den Garfield etwas unterdrückt hatte. Dann kam Ossito ins Haus. Nach 2 Monaten ignorieren, anfauchen, hauen und beißen, wurde am 24. Dezember 2000 auf der Fensterbank der Weihnachtsfriede geschlossen. Fellpopsch an Fellpopsch wurde der Heilige Abend verpennt. Ab da hat Garfield die Freuden einer Männerwirtschaft ausgekostet: Raufen wie nur Jungs es tun, gemeinsam auf die Pirsch gehen, Po an Po auf der Fensterbank liegen, ...

Das waren die besten Jahre.

März 2004: innerhalb von Stunden plötzlich krank. Tierarzt. Tierklinik. Bauchspeicheldrüse entzündet. Eine Woche stationär. Gerade noch gerettet! Aber dann, anstatt sich zu erholen, Muskelschwund. Langsam aber unaufhaltsam. Wie ein alter Mann am Krückstock, wackelnd und schwankend zwischen Futterplatz und Terrasse pendeln. Mit Hilfe einer Rampe die Katzenklappe benutzen. Im Haus getragen werden. Medikamente. Spezialfutter. Aber immer noch Freude am Leben. Am liebsten auf der Terrasse auf einem Kissen liegend, alles beobachtend oder dösend. Viel gestreichelt und gehätschelt werden. Vom Ossito abgeschleckt und vorsichtig angestubst. Trotz allem ein schöner letzter Sommer.

Um Weihnachten 2004 ging es schlecht. Keine Kraft mehr. Am 30.12.2004 haben wir Garfield einschlafen lassen.

Wir vermissen ihn sehr.


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