Tiger
1990 bis 19.9.2000

die alten Fotos sind leider noch nicht digitalisiert
 

weiblich, Eltern: prämierte MainCoon Lady x Straßenkater
Die Frau Mama hatte sich, nach einigen "Best in Show" Auszeichnungen und vor einer glänzenden Karriere als Zuchtkatze, einen netten Abend außer Haus gemacht.
Das Ergebnis waren: Blacky, Ralley, Harlekin und Tiger.
Das Thema Katzenzucht war damit vom Tisch und das Haus voller Katzen, da nur Ralley weiter vermittelt wurde.
Mama Bavaria starb bald darauf an einer rassebedingten Herzkrankheit.
Die Buben Blacky und Harlekin wurden fette Kumpel und unternahmen alles gemeinsam. Bis Blacky eines Tages nicht mehr nach Hause kam. Er war bis zur kilometerentfernten Hauptstraße gelaufen.
Danach gefiel es auch Harlekin nicht mehr bei uns. Er schloss sich einem Ehepaar ein paar Häuser weiter an, die sich (natürlich) in den schönen, großen, weißen Langhaarkater verliebten. Einige Monate später zog er "offiziell" dort ein.
 
Das zarte Mädchen Tiger wurde ein echte Schönheit. Körperbau und Gesicht einer etwas größeren Hauskatze. Fell von der MainCoon, seidig und etwas länger. Getigert mit einem Hauch von rot, weißes "Milchmäulchen", große grüne Augen mit Kajal umrandet. Nase rosa. Was für ein schönes Tier!
 
Im Laufe der Zeit legte sich Tiger einige Eigenheiten zu, die ihr das Prädikat Primadonna eintrugen. Sie war einfach kompromisslos in allem, was sie tat. Hemmungsloses Schmusen. Mit allen Mitteln im Mittelpunkt stehen, wenn SIE das wollte. Aber auch gnadenlose Jägerin, die ihre Beute auch verspeiste. Süchtig nach Vanille-Produkten. Vanilleeis, Vanillepudding, Sojamilch mit Vanillegeschmack,...
Protest-Pinklerin wenn: nicht sofort beachtet; Futter nicht frisch genug; Futter zu warm/kalt; Katzenklo nicht SOFORT gemacht; Urlaubszeit; neues Möbel; überhaupt Veränderungen; oder einfach so.
 
Dennoch: unglaublich lieb, sanft zum Menschen, viel Charme, erfindungsreich, elegant, anmutig, schön,...
Obwohl sie so viel Freiheitsdrang hatte, kam sie immer gelaufen, wenn man ihren Namen rief. Einfach eine tolle Katze, die fast schon zu perfekt gewesen wäre, wenn sie nicht gepinkelt hätte.
 
Als wir nach vier Tagen Kurzurlaub nach Haus kamen, sah sie irgendwie verändert aus. Dicker Bauch - wie schwanger. Dass sie etwas abweisend war, wäre auf Grund von Urlaub nicht ungewöhnlich gewesen. Wir haben sie übers Wochenende beobachtet und fanden, dass sie irgendwie eigenartig ist, ohne dass wir es hätten genau benennen können. Am Montag dann sicherheitshalber sofort zum TA. Schock! Tastbefund deutete auf Tumor. Fassungslos erst mal wieder nach Hause gefahren und über die Diagnose vom Arzt nachgedacht und darüber, wie er den weiteren Verlauf vorhergesagt hatte. Die Katze würde bald beginnen zu leiden, sich verkriechen und im Laufe von einigen Tagen sterben. Ich war entsetzt und wollte es nicht wahr haben. Noch vor wenigen Tagen, vor unserer Abreise, hatten wir eine fitte Katze, wunderschön und toll in Schuss. Und jetzt sollte ich sie einschläfern lassen.
Nach zwei Stunden Zweifel und Qualen noch ein Telefonat mit dem Tierarzt. Sein Vorschlag: Er würde Tiger in Narkose legen und erst einmal nachschauen, was genau die dicke Geschwulst ist. Wenn möglich, dann könnte er gleich operieren. Wenn nicht, dann würde Tiger nicht mehr aufwachen ...
Schweren Herzens und unter vielen Tränen stimmte ich zu und bat eine Freundin, mich und Tiger zu fahren.
Krebs an der Bauchspeicheldrüse. Bereits gestreut und das ganze Bauchfell befallen.
Ich habe es selbst gesehen und Tiger gehen lassen.
Der einzige Trost war, dass ich ihr ein qualvolles Ende ersparen konnte. Dennoch, der Schmerz war riesig.
Natürlich haben wir das Schreckliche allen erzählen müssen, die uns und unsere Katzen kannten. Auch der lieben Frau im Tiergeschäft, die auch beim Katzenschutzbund tätig ist. So kam es, dass wir bereits einige Tage nach Tigers Tod Ossito kennen gelernt haben.
 


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